Christi Himmelfahrt








20. Mai: Festgottesdienst zum Abschluss eines gelungenen Kunst-Kirche-Projektes in Lamspringe
Auf dieser Seite wird ein regionales Kunst-Kirche-Projekt vorgestellt, das wir mit besonderer Freude präsentieren: Ein Projekt, das beispielhaft zeigt, wie Kunst und Kirche in einen gelingenden Dialog miteinander eintreten und einen sakralen Raum völlig verändern - gemeinsam, aber doch mit der Handschrift eines international renommierten Künstlers, dessen Bilder auch zu neuen Denkanstößen anregen...
Der Künstler.
Micha Kloth wurde 1952 in der Klosterstadt Lamspringe geboren. Mit internationalen Lehraufträgen ist der Maler und Graphiker u.a. als Gastdozent in Valencia/ Spanien und mit einer Gastprofessur an der Universität Eskisehir/ Türkei präsent.
Neben vielen Ausstellungen in Deutschland wurden seine Arbeiten auch international präsentiert: Istanbul, Los Angeles, Valencia, Nizza und Warschau. Bilder von Micha Kloth sind mittlerweile Bestandteil privater und öffentlicher Sammlungen, u.a. im Art Museum der Arizona State University in den U.S.A.
Die Entstehung einer Idee.
Micha Kloth ist ein Maler, der gerne erzählt, dessen Bilder Geschichten erzählen. Und so lässt sich auch die Entstehung des Kunst-Kirche-Projektes in Lamspringe am besten mit einer Geschichte widergeben:
Vor einigen Jahren dachte der Künstler während des Gottesdienstes an seine schwer kranke Mutter, während sein Blick über die kahle Empore wanderte. Da kam ihm im Stillen die Idee: Wenn meine Mutter wieder gesund wird, schmücke ich die ganze Empore mit Bildern aus...
Die Mutter wurde gesund und Kloth erinnerte sich an sein Versprechen.
Das Projekt.
Zur Umsetzung seiner Idee suchte der Künstler das Gespräch mit der Gemeinde: Erst hat er den Kirchenvorstand für sein großes Projekt begeistert, schließlich stimmte auch das Amt für Bau- und Kunstpflege in Hannover zu. Kloth bekam grünes Licht, nur eine einzige Auflage machte ihm die Gemeinde: "Bitte keinen Baselitz!"
Doch damit kann Micha Kloth gut leben: Der Künstler erzählt in seinen Bildern alte Traditionen zwar auf seine Weise, aber doch so, dass die Menschen, die in die Kirche kommen, nicht unnötig provoziert werden. 
Die Arbeit an den 12 Motiven auf den 12 Kassetten der Empore begann schließlich im Atelier und in den vielen Gesprächen mit den Kirchenvorstehern: Micha Kloth setzte für einen jeden Monat des Jahres ein Motiv aus der entsprechenden Kirchenjahreszeit in ein Bild um. So entwickelte sich ein Kunstprojekt aus einem Dialog.
Die Gemeinde erlebte über einen Zeitraum von zwei Jahren, wie der Künstler Bild für Bild, Motiv für Motiv den heimatlichen Kirchenraum eindrücklich und liebevoll veränderte. Immer wieder fanden zu den neuen Bildern Themengottesdienste statt, Lesungen oder Musikveranstaltungen, bei denen die Gemeinde die neuen Werke "kennen lernen" konnte.
Abschluss eines Projektes mit einem Festgottesdienst am 20. Mai 2007.
Nun sind alle Bilder fertig, die Empore ist voll ausgeschmückt und das Projekt ist damit an sein Ende gekommen. Die Kirche ist lebendiger geworden und die anregende Auseinandersetzung zwischen Kirche und Kunst soll über das Projekt hinaus weitergehen.
Aus diesem Anlass feiert die Sophienkirche zu Lamspringe am 20.05.2007 um 17 Uhr einen Festgottesdienst, der gemeinsam mit Micha Kloth und Dr. Julia Helmke, der Kunstbeauftragten der Hannoverschen Landeskirche, begangen wird.
Herzliche Einladung - hier können Sie erleben, was es bedeutet, wenn die Kirche zwar im Dorf bleibt, aber die Welt durch ihre Fenster und Türen hineinscheint...

(Text: Ann Margaret Bär, alle Bildrechte und Copyright: Micha Kloth 2007)



Micha Kloth in seinem Atelier

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers - Archivstr. 3 - 30169 Hannover