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| ©: hub:kunst.diskurs |
Sieben Todsünden sind es, die seit Papst Gregor dem Großen (um 540-604) zur ewigen Verdammnis führen: Stolz (superbia), Faulheit (acedia), Geiz (avarita), Neid (invidia), Zorn (ira), Unkeuschheit (luxuria) und Völlerei (gula). Die christliche Lehre, die das Kunstschaffen bis ins 20. Jahrhundert wesentlich geprägt hat, sieht in der Sünde einen Verstoß gegen den Willen Gottes. Ab dem Mittelalter kam es zu einer intensiven künstlerischen Auseinandersetzung. Lasterdarstellungen waren in den katholisch geprägten Ländern Europas bis in den Barock eng an die religiösen Auftraggeber gebunden und im kirchlichen Umfeld allgegenwärtig. Im 15. Jahrhundert wurde das Thema in der Bildenden Kunst zunehmend in den profanen Bereich verlagert. Die Jahrhunderte bescherten den Kunstbetrachtern schließlich bis heute ungezählte Bearbeitungen des Themas, mache sehr direkt, andere eher assoziativ - einige dieser Arbeiten erlangten große Bekanntheit.
Im Zentrum des Hannoverschen Ausstellungsprojektes Todsünden stehen zeitgenössische künstlerische Umsetzungen aktueller Perspektiven auf den Themenkomplex, seine historische Entwicklung, vor allem jedoch seine heutige Bedeutung für Glaube, Weltanschauung, Moral, Gesellschaft und Individuum. Die ganz persönlichen Zugänge und Umsetzungsstrategien der beteiligten Künstlerinnen und Künstler zeigen sich in eigens für das Projekt entwickelten Arbeiten.
Dr. Julia Helmke. "Todsünden". Mehr
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| ©: Matthias Berthold. Todsünden. Montage a.d. Gartenfriedhof |