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| Next Year in Jerusalem. Der Katalog. ©: HkD |
Dieser Katalog ist das Dokument einer ungewöhnlichen Begegnung von Kirche und Kunst. In zwölf Kirchen fand zeitgleich zwischen Palmsonntag bis Pfingstmontag die Installation des jüdischen Sehnsuchtsrufes „Next Year in Jerusalem“ statt, gestaltet von dem in Amsterdam lebenden konzeptionellen Künstler Joseph Semah.
„Next Year in Jerusalem“ ist das konzentrierte Werk eines Künstlers, der für jeden Kirchenraum eigene Arbeiten angefertigt und zugleich ein temporäres künstlerisch-theologisches Gesamtkunstwerk geschaffen hat, das Raum und Zeit transzendiert.
Jede Installation in ihrem Kirchenraum steht dabei für sich. Die teilnehmenden Gemeinden verkörpern je einen literarischen Vers und bilden, so hat es Joseph Semah einmal formuliert, gemeinsam ein Gedicht, die Verdichtung von „Next Year in Jerusalem“ als Hoffnungsruf.
Dieses Buch bietet nun die Gelegenheit, dieses Gedicht als Gesamt zu lesen und zu sehen. Es bündelt die Fülle der Ideen und Ausführungen, der Anregungen und Nachwirkungen der Ausstellung und ihrem Begleitprogramm mit 90 Veranstaltungen und ca 30.000 Besuchern. Der Bildteil nimmt ein großes Gewicht ein. Das dialogische Motiv setzt sich in den reflektierenden Texten fort: Die Gemeinden und ihre Kunstwerke finden sich in der Zusammenschau der Theologin Ann Margret Bär. Eine kurze Beschreibung des Projektes, seines Ablaufes und seiner Intention gibt Julia Helmke als Verantwortliche von kirchlicher Seite. Sie thematisiert dabei theologisch die Begegnung von Kunst und Kirche als differenziertes Verhältnis von Gast und Gastgeberin und plädiert nachdrücklich für ein neues Verständnis von Gastfreundschaft. Ursula Rudnick sieht die Ausstellung unter der besonderen Perspektive des jüdisch-christlichen Gespräches und entdeckt über die inhaltlichen Fragestellungen des Projektes weiterführende Impulse für ein neues Miteinander. Arie Hartog, langjähriger Kenner des Werkes von Joseph Semah und kuratorisch verantwortlich für Konzept und Ausstellung ermöglicht Einblicke in das denkerische und gestalterische Schaffen des Künstlers und bietet mit seinem Beitrag eine Einordnung, Ergänzung und auch einen gewissen Gegenentwurf aus künstlerischer Perspektive an den Dialog von Kirche und Kunst. Den Abschluss und zugleich eine herausfordernde Weiterführung über Projekt und Dokumentation hinaus bietet der Künstler mit seinem Essay S.Y.M.P.A.T.H.Y., Zusammenfassung und eigenes radikales Kunstwerk zugleich.
Dazu Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann im Grußwort des Kataloges:
„(…)Besonders fasziniert hat mich, welche theologischen Anstöße die Kunst von Joseph Semah den Gemeinden und mir in „Next Year in Jerusalem“ vermittelt hat: Sie lotet die Möglichkeiten und Tiefen der Kunst aus den Wurzeln christlich-jüdischer Tradition aus.
Dies ist eine Einladung an die Betrachtenden, das „andere“ in der eigenen Kultur zu würdigen und selbst aktiv in ein jahrtausendealtes Gespräch über Existenz und Sehnsucht einzutreten. (…) Möge diese Dokumentation mit seinem ansprechenden Bild- und reflektierenden Textteil das kulturelle Gedächtnis unserer Landeskirche unterstützen und sich in ihr hoffnungsfroh einschreiben als notwendige Anregung und Verpflichtung für die Weiterarbeit an „Räumen der Begegnung“!“
Die Evangelische Zeitung vom 7. September berichtete. Mehr
Bezug:
Jürgen Fitschen/ Julia Helmke (Hg.): Next Year in Jerusalem [Joseph Semah]. Gerhard-Marcks-Haus/ Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, 64 Seiten mit zahlreichen großformatigen farbigen Abb., ISBN 978-3-924412-65-4 (2008), 19,90 Euro.
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| Dr. Julia Helmke im Gespräch mit Joseph Semah. ©: HkD |