Verfassung

Die Wilderers

"Weil wir so wild malen!"

Jenny Kriszio
Jenny Kriszio, © Dr. Matthias Surall

Jenny Kriszio malt eine Halloween-Party. Silke Lüdecke mischt leuchtendes Orange für einen Regenbogen. Hans Joachim Teske zeichnet mit schwarzem Stift Szenen nach dem Mauerfall am Brandenburger Tor. Ein Besuch bei den „Wilderers“. Jenny Kriszio, Silke Lüdecke und HaJo Teske sind drei von acht Mitgliedern der Künstler*innengruppe. Sie arbeiten in den proWerkstätten der Diakonie Himmelsthür nahe Hildesheim. Seit 1993 besteht die Gruppe und hat sich mit zahlreichen Ausstellungen und Projekten einen Namen gemacht, so 2010 mit einer Ausstellung im Landesmuseum Hannover. 2006 hat der damalige Ministerpräsident Christian Wulff  in seinem Arbeitszimmer einen Chagall gegen ein Bild von Silke Lüdecke getauscht. In ihrem Atelier auf dem Gelände der Diakonie entstehen Werke verschiedener Stilrichtungen und Genres: Ausdrucksstarke Porträts, abstrakte Landschaftsmalerei oder bunte Comics. Intuitiv, unvermittelt und impulsiv arbeiten die Wilderers - mit einem ausgeprägten Empfinden für den je eigenen Stil und einem feinen Sensorium für ihre Gefühlswelten, die in den Bildern Ausdruck finden. Auch Elemente ihres persönlichen Glaubens lassen die Künstler*innen in ihre Werke einfließen.

Gelebte Inklusion

Silke Lüdecke
Silke Lüdecke, © Dr. Matthias Surall

Derzeit beschäftigen sich einige der Wilderers mit dem bevorstehenden Kirchentag in Berlin. Neben HaJo Teske arbeitet Patrick Premke, das jüngste Mitglied der Gruppe, an einem Gemälde zu diesem Thema. Im Zentrum steht das Wappen von Berlin nebst Fernsehturm und Brandenburger Tor. Die Wilderers werden zum Kirchentag reisen und dort am Stand der Diakonie Himmelsthür mit Werken vertreten sein. Gemeinsam mit Silke Lüdecke und HaJo Teske hat Patrick Premke ein "Niedersachsen-Bild" gemalt, das dem Ministerpräsidenten Stephan Weil im vergangenen Jahr überreicht wurde. Es zeigt unter anderem die Michaeliskirche in Hildesheim und den Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen.
Die Kunstpädagogin und Eventmanagerin Almut Heimann betreut die Gruppe seit 2002: "Die Wilderers offenbaren sich in ihrer Arbeit. Sie öffnen Augen und Herzen. Sie leben Inklusion."
Im Sommer 2017 wird die Gruppe umziehen. Im Bürgerhaus der Stadt Hildesheim bekommen die Wilderers ein großes Atelier mit integrierter Galerie und werden zukünftig ausschließlich als Künstler*innen arbeiten. Die Gruppe wird erweitert. Neue Mitglieder können hinzu kommen. Die Eröffnung der Kunstwerkstatt ist für September 2017 geplant. Den Geist der Wilderers bringt Silke Lüdecke, die Poetin der Gruppe, auf den Punkt: "Wir sind die Wilderers – weil wir so wild malen!“

 

Mehr über die Wilderers

Almut Heimann mit Werken der Wilderers
Almut Heimann mit Werken der Wilderers, © Dr. Matthias Surall

Die proWerkstätten Himmelsthür sind eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung und bieten etwa 450 Arbeitsplätze. Neben der Beschäftigung am Arbeitsplatz gibt es weitere Angebote zur Beschäftigung und Entfaltung, so im Rahmen der Bildungsangebote für Erwachsene die Künstlergruppe "Wilderers."

Zur Homepage der Wilderers

Im Atelier der Wilderers
Ilona Röpke, HaJo Teske und Doris Sprenger von den "Wilderers" im Atelier, © Dr. Matthias Surall
Patrick Premke
Patrick Premke, © Dr. Matthias Surall