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© J. Schulze. 14. Aschermittwoch der Künste/Münster St. Bonifatis in Hamlen. Gastkünstler waren den Musiker des Hildesheimer „Quartett PLUS 1“

Dies war der 14. Aschermittwoch der Künste:

© S. Schmidt, Grafikdesign

 

In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gibt es seit 1998 den „Aschermittwoch der Künste“. Im Mittelpunkt steht der Dialog von Kirche und Kunst.

 

Einladende sind das Landeskirchenamt der Landeskirche, die Hanns-Lilje-Stiftung, sowie die Beauftragte für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste (zugleich auch verantwortlich für Konzept und Realisation).

Zwei Violinen, eine Viola und ein Violincello:

© J. Schulte. Musikkunst im Hamelner Münster

Die klassische Besetzung eines Streichquartetts. Doch die vier von „Quartett PLUS 1“ sitzen nicht im Halbkreis beieinander. Sie bewegen sich durch das Kirchenschiff des Münsters St. Bonifatius zu Hameln. Mit ihren Instrumenten. Spielend.

Stücke von Vladimir Godar (* 1956), Philipp Glass (* 1937), Frangis Ali-Sade (*1947), Gregorio Allegri (1582-1652), Arvo Pärt (* 1935) und Terry Riley (*1935).

Unterschiedliche Regionen dieser Welt, unterschiedliche religiöse Traditionen – reduziert auf "Minimal Music“. Sphärisch wabern die Töne durch den sakralen Raum, begegnen sich, schleichen an den Wänden entlang, brechen einander. Doch der Raum ist anders als sonst:

Das „PLUS 1“ in diesem Quartett aus Hildesheim und Berlin hat den Raum gestaltet: trockenes Laub auf dem Boden, frisches, grünes Gras auf dem Altar. Das Münster gewinnt eine neue Wirklichkeit (Szenografie: Corinna Thiesen/Berlin).

Der Aschermittwoch bedeutet einen Perspektivenwechsel:

© J. Schulze. Säule vor Notenständer

 

Julia Helmke, Kulturbeauftragte im Haus kirchlicher Dienste begrüßte und begann mit folgender Aussage:

Der Aschermittwoch bedeutet einen Perspektivenwechsel.


Die Perspektive im Hamelner Münster ist ungewohnt: Die schweren Sessel, die sonst im Kirchenschiff stehen, fein säuberlich auf den Altar und den Hohen Chor ausgerichtet, mussten weichen. Einfache Klappstühle, zwar geordnet, aber doch nicht ausgerichtet, zwingen die etwa 180 geladenen Gäste in unterschiedliche Richtungen zu schauen.

Die Musiker sind mal dort und mal hier – gehen durch den Raum und spielen, lassen anklingen, nehmen auf, kommunizieren.

Noten - mitten im Publikum:

© J. Schulze. Noten - mitten im Publikum

Musik kann Menschen nach Ansicht des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister in einer immer rastloseren Welt zum Innehalten bewegen. Niemals zuvor wurde in einer so beschleunigten und mobilen Zeit wie der heutigen gelebt, sagte der evangelische Bischof im Hamelner Münster.

Die Landeskirche Hannovers hatte zum 14. Mal gemeinsam mit der Hanns-Lilje-Stiftung und der Beauftragten für Kunst und Kultur zum „Aschermittwoch der Künste“ eingeladen.

Erstmalig wird diese traditionelle Begegnung an Aschermittwoch mit zeitgenössischen Künstlern auf die Musik fokussiert. So im Jahr der Kirchenmusik der hannoverschen Landeskirche: Gottesklang 2012.

Eine künstlerische Existenz ist passioniert:

© J. Schulze. Das Psalom von Arvo Pärt

Die Begegnung mit Künstlern bleibt Programm am ersten Tag der Fastenzeit. So  Landesbischof Ralf Meister:

„... Eine künstlerische Existenz ist passioniert. Sie ringt oft existentziell mit der Deutung von Leben, sie greift direkt ins eigene Leben hinein. Passion als Leiden und Leidenschaft. Bei Künstlerinnen und Künstlern, so erlebe ich es, enger verbunden als für manch andere. Ein Künstler ist ein Ausgesetzter; er ringt um die Worte, schafft Bilder und Klänge...

... Der Aschermittwoch als existenzieller Ruf umzukehren, das passt zu der Bewegung, sich immer wieder neu aufs Spiel zu setzen...

... Es gibt Aufbrüche, auch wenn wir ihnen nicht immer gewachsen sind. Und manchmal kann man von diesen Aufbrüchen, in der Musik hören.

Manchmal kann man davon lesen: In guten Texten. Den Künstlerinnen und Künstlern sei Dank dafür.“

Das Psalom von Arvo Pärt erklingt

Musik schafft neue Gegenwart, ein Psalm ordnet die Gedanken:

© J. Schulze. Lesende von der Emphore

 

Und in die Töne, die vom „Quartett PLUS 1“ mit Katharina Pfänder, Guido Eva, Maria Pache und Lisa Stepf gespielt werden, mischen sich – von der Orgelempore gesprochen – Worte aus dem Aschermittwochspsalm.


Psalm 51 gesprochen in lateinisch und deutsch: „Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit.“

Textauszüge: EMSZ
 

Gastkünstler: Quartett PLUS 1

© K. Rapport

Katharina Pfänder und Lisa Stepf gründeten das Hildesheimer Quartett PLUS 1, das projektweise mit unterschiedlichen Künstlern zusammenarbeitet.

Die Untersuchung der Schnittstellen zwischen den Künsten und das Entwickeln interdisziplinärer Aufführungsformate stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Musikalische Strukturen, Kompositions- und Improvisationskonzepte werden in andere Medien wie Zeichung, Tanz, Video übersetzt und so die Wechselwirkungen zwischen den Genres untersucht.

Kern des Streichquartettrepertoires bilden Werke von Frederic Rzewski, Philip Glass, Michael Nyman, Arvo Pärt und Kraftwerk. Sie dienen als Klangmaterial, werden bearbeitet und transformiert.

Mehr zum Quartett PLUS 1

Der Psalm 51:

3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,
und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
4 Wasche mich rein von meiner Missetat,
und reinige mich von meiner Sünde;
5 denn ich erkenne meine Missetat,
und meine Sünde ist immer vor mir.
6 An dir allein habe ich gesündigt
und übel vor dir getan, auf dass du Recht behaltest in deinen Worten
und rein dastehst, wenn du richtest.
7 Siehe, ich bin als Sünder geboren,
und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
8 Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt,
und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.
9 Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde;
wasche mich, dass ich schneeweiß werde.
10 Lass mich hören Freude und Wonne,
dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden,
und tilge alle meine Missetat.
12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,
und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren,
dass sich die Sünder zu dir bekehren.
16 Errette mich von Blutschuld,
Gott, der du mein Gott und Heiland bist,
dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
17 Herr, tu meine Lippen auf,
dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
18 Denn Schlachtopfer willst du nicht,
ich wollte sie dir sonst geben,
und Brandopfer gefallen dir nicht.
19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,
ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
20 Tu wohl an Zion nach deiner Gnade,
baue die Mauern zu Jerusalem.
21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer;
dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern

Förderpartner:

Logo-Stiftung

Sie fördert in evangelischer Verantwortung den Dialog von Kirche und Theologie mit Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Kunst und Politik.

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