Www-banner_gb-preis_01

Dies war der 9. Aschermittwoch der Künste:

© S. Schmidt, Grafikdesign

 

In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gibt es seit 1998 den „Aschermittwoch der Künste“. Im Mittelpunkt steht der Dialog von Kirche und Kunst.

 

Einladende sind das Landeskirchenamt der Landeskirche, die Hanns-Lilje-Stiftung, sowie die Beauftragte für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste (zugleich auch verantwortlich für Konzept und Realisation).

Der Aschermittwoch der Künste verstand sich im Jahr 2007 auf zweifache Weise eingebunden in die kirchliche Kunst- und Kulturarbeit:

© Chr. Weisker. Begrüßung und Kunst


Dr. Julia Helmke wies bei diesem Aschermittwoch in ihrer Begrüßung  auf das Kunst-Kirche-Projekt 2007 „Next Year in Jerusalem“ hin, dass mit großzügiger Förderung der Hanns-Lilje-Stiftung und der niedersächsischen Lottostiftung vom Haus kirchlicher Dienste und dem Gerhard-Marcks-Haus von April bis Juni 2007 zeitgleich in 12 Kirchenräumen der Landeskirche stattfinden wird.

Für jede Kirche wird der jüdische Künstler Joseph Semah eine eigene Installation anfertigen, die sich mit der Frage der Repräsentation von jüdischen und christlichen Traditionen und Symbolen und besonders dem interreligiös und interkulturell bleibend aktuellen Thema „Jerusalem“ beschäftigt.

Zum anderen war die Landesbischöfin, die für 2007 einen persönlichen Schwerpunkt im Bereich „Kunst und Kultur“ setzt und Schirmfrau von „Next Year in Jerusalem“ ist, zum ersten Mal bei dem Aschermittwoch selbst anwesend und gab ihre Imspulse.

Semahs Installation: „Black Fire/White Fire; Steel, glass, wine glasses burned poetry Paul Celan“:

© HkD. Teilansicht:  „Black Fire/White Fire“

 

Semah hat sich als Thema das Motiv der „Asche“ in Verbindung mit der beginnenden christlichen Passionszeit ausgesucht.
Angedacht war hier auch eine Verbindung zu dem Gedicht „Die Todesfuge“ von Paul Celan.

Hier sind u.a. auch Verbindungen zur Markuskirche gesetzt, bei der im Jahr 2006 zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinde das jüdisch-christliche Gespräch und gemeinsames Erbe und auch gerade der Dichter Paul Celan zur Vergegenwärtigung kam.


Im Bild seine Installation: „Black Fire/White Fire, 2005, 70 x 50 x 50 cm, steel, glass, wine glasses burned poetry Paul Celan“.

Die Arbeitsweise von Joseph Semah, seine kreative Verbindung unterschiedlichster, philosophischer und religiöser Denkansätze und Traditionen, seine von ihm bevorzugten Materialien und Arbeitsformen, die auch für Next Year in Jerusalem relevant waren, haben sich bei dieser künstlerischen Performance gezeigt.

 

Gastkünstler: Joseph Semah

© HkD. J. Semah

Joseph Semah wurde am 24. Februar 1948 in Bagdad als Enkel des letzten Großrabbiners von Bagdad geboren.

Im Zuge der Operation Ezra und Nehemia (1950) wird seine Familie wie alle im Irak lebenden Juden zur Ausreise in den neu gegründeten Staat Israel gezwungen.

Dort wächst Joseph Semah auf. Nach Abitur und Militärdienst in der Zeit des Sechs-Tage-Krieges (1967) studiert er  Elektrotechnik, Englisch und Philosophie an der Universität Tel Aviv.

Als freiwilliger Exulant lebt er zunächst in London, Paris und Berlin (1976-1981), wo er auf Joseph Beuys trifft, mit dem er sich später in intensiven Studien, Ausstellungen und Performances auseinandersetzt.

1981 kommt er schließlich nach Amsterdam, wo er sich niederlässt und die Stiftung „Makkom“ (hebr.: „Ort“) gründet, die bis Ende der achtziger Jahre Kunstprojekte auf der Basis interdisziplinärer Forschung organisiert.

Semah gibt Vorlesungen, Performances (Kunst und Theater), er schreibt Gedichte und veröffentlicht Texte über Kunst.

In den Niederlanden wird er jedoch erst nach und nach in der alternativen Kunstszene bekannt. Heute sind seine Werke Bestandteil wichtiger privater und musealer Kollektionen.

Mehr zu Joseph Semah

Förderpartner:

Logo-Stiftung

Sie fördert in evangelischer Verantwortung den Dialog von Kirche und Theologie mit Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Kunst und Politik

Mehr zur Stiftung