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| Die Schreiterfenster. Gesamtansicht. ©: St. Jacobi, Göttingen |
Im nördlichen Seitenschiff der Jacobikirche Göttingen wurden 1997/98 fünf Farbfenster nach Entwürfen von Johannes Schreiter eingesetzt. Schreiter gilt als einer der bedeutendsten Glaskünstler des 20. Jahrhunderts.
Eine Besonderheit seiner Fenster für St. Jacobi in Göttingen liegt darin, dass er hier einen ganzen Zyklus hat gestalten können. Schreiter malt nicht identifizierbare Geschichten, sondern interpretiert einen dunklen Text, den 22. Psalm. Um diesen Zyklus geht es im folgenden:
Die Jacobikirche ist eine Kirche mit offenen Türen: Sie ist ganzjährig und täglich von 11 - 15 Uhr geöffnet (oft auch länger). Wenn man in Göttingen, aus Richtung der Universität kommend, die Fußgängerzone betritt, gelangt man schnell zur St.-Jacobi-Kirche.
Fünf charakteristisch, gotische, hohe und schlanke, zweibahnige Fenster befinden sich im nördlichen Seitenschiff der St. Jacobi-Kirche und sind von links nach rechts angeordnet.
In diesen ist der fünfgliedrige Psalm 22 aufgenommen. Durch die strahlende Leuchtkraft des dritten Fensters von links wird der Blick des Betrachters auf dieses zentrale und zugleich kleinste Fenster gelenkt.
Fenster 3. Siehe Einzelansicht:
Im nördliches Seitenschiff, mittig: Der untere Teil des Fensters wird von einem dunkelblauen Quadrat dominiert, aus dem sich ein Rechteck bläulich-roter Farbe, die nach oben hin kontinuierlich heller wird, erhebt, wodurch die Vertikalität betont wird. Zentral fällt von oben eine weiße Bahn herab, die in ihrer Vertikalerstreckung durch einen glühend orange-gelben Balken im Vierpass noch gesteigert wird und unbegrenzt erscheint.
Ps 22,22: Der Himmel ist wieder offen. Gott hat den Betenden erhört. Gottes Nähe wird durch das weiße Tuch, das vom Himmel herab fällt, verdeutlicht. Die Verbindung des Menschen zu Gott ist geschaffen.
Der Mensch im Hier und Jetzt: Die Lebensrealität des Menschen wird durch den Gegensatz von Hell und Dunkel auf den Fenstern betont. Im Angesicht der Botschaft Gottes wird dem Menschen geholfen, zu einer neuen Sicht auf sein Leben und den Glauben zu gelangen.
Zentral: Auf den zweiten Blick betrachtet wird dieses mittlere, hellstrahlende Fenster zum Fenster der Auferstehung. Als Erlebnis für die Sinne verkünden die strahlenden Farben die Osterbotschaft (1.Kor 15). Die Überwindung der Todesdunkelheit wird angedeutet. Das gelbe Licht, das von oben in die Welt strahlt, ist das Licht der Auferstehung Jesu Christi, das sich als Hoffnung über die Welt ausbreitet.
Bleibend: Dieses Fenster bringt durch seine Farben und die ihnen zugrunde liegende, ins Bild gesetzte Botschaft die Kirche zum Strahlen. In der Dämmerung verstärkt sich die Wirkung des Fensters immens. Während alle anderen Fenster langsam undeutlich werden und erlöschen, erzählt dieses Fenster auch dann noch immer in leuchtenden Farben von der Liebe Gottes, die den Tod überwunden hat.
Weiter sehenswert in der Kirche: Ein Flügelaltar aus dem Jahr 1402.
Weitere Informationen:
Lesen Sie mehr über die Schreiterfenster und über die Jacobikirche.
Lesen Sie mehr über Prof. Dr. Johannes Schreiter in : Wikipedia.
Weiter Werksansichten finden Sie: Hier
Ein schönes Buch: Yvonne Besser, "Religiöse Bildsprache... Der Fensterzyklus..." Mehr
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| Einzelansicht, Fenster 3. n. Psalm 22,22: "Du hast mich erhört". ©: St. Jacobi Göttingen. |