© B. Schwabe. Ausschnitt aus dem Saal des "Apollo Kino", Hannover

Filmbegleitmaterial

Die im Folgenden vorgestellten prämierten Filme wurden im Rahmen des Kirchen-und Kino-Projekts gezeigt, das 2007 in der Fläche der hannoverschen Landeskirche gestartet ist und weiter fortgeführt wird. Sie finden alle Filmbesprechungen der bisherigen Staffeln in alphabetischer Reihenfolge zum Download in der rechten Spalte sowie einen Hinweis zur Verfügbarkeit des Films im Medienverleih.

Filmbesprechungen zum Download

EASY RIDER (US 1969. Regie: Dennis Hopper)

Ein mit geringen Mitteln produziertes Roadmovie, in dem sich die gefährdeten Träume und das rebellische Lebensgefühl der Rockgeneration gegen Ende der 1960er Jahre beispielhaft artikulieren. Zu den Bildern und Bewegungen des Films gesellt sich die Musik als gleichberechtigter Kommunikations- und Bedeutungsträger.

EIN VERBORGENES LEBEN (D/USA 2019. Regie: Terrence Malick)

Anfang der 1940er-Jahre gerät der tiefgläubige oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter in einen Gewissenskonflikt, als er für die Nationalsozialisten in den Krieg ziehen soll. Trotz aller Anfeindungen in seinem Dorf verweigert er den Eid auf Hitler und wird 1943 wegen »Wehrkraftzersetzung« zum Tode verurteilt. Der US-amerikanische Filmemacher Terrence Malick eignet sich diesen historischen Stoff in seiner unverwechselbaren Weise an und verwebt ihn zu einem leisen und bewegenden Bekenntnis für eine Ethik des Widerstands und des reinen Gewissens.

ELDORADO (CH/D 2018. Regie: Markus Imhoof)

Dokumentarfilmer Markus Imhoof durfte die Operation «Mare Nostrum» mit der Kamera begleiten. Sein Film folgt dem Weg der geflüchteten Menschen, nachdem sie vor Lampedusa aus dem Meer gerettet wurden. Mit unaufgeregter Regie und unbequemen Fragen schlägt er einen poetischen Bogen zur eigenen Familiengeschichte während des 2. Weltkrieges.

ELSER (D 2014. Regie: Oliver Hirschbiegel)

Nach seinem missglückten Attentat auf Hitler am 08.11.1939 wird Georg Elser an der Schweizer Grenze verhaftet, gefoltert und schließlich ins KZ Dachau eingeliefert. In die exemplarische Biografie des Widerstandskämpfers fließen eindrucksvoll Fragen nach der Verantwortlichkeit des Einzelnen gegenüber politischem Unrecht, aber auch nach Schuld und Glauben ein.

ERDE (Österreich 2019. Regie: Nikolaus Geyrhalter)

Im Vergleich zu Wind, Wetter und Gezeiten werden Jahr für Jahr fast dreimal mehr Sand, Steine und Felsen durch die Maschinen der Menschen bewegt, die mit rabiater Gewalt den Planeten umgraben, ausbeuten, roden oder versiegeln. Mit schneidend scharfen Bildern protokolliert der Dokumentarfilmer Geyrhalter die Zerstörung der Erde, die rational kaum mehr gerechtfertigt werden kann. Auch die Interviews mit Arbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern fördern eine fatale Resignation zu Tage, da weder der Einzelne noch die Gesellschaften dieser Dynamik einer sich verselbständigten Ausbeutung Einhalt gebieten können.

ESMAS GEHEIMNIS – GRBAVICA (A/BIH/KRO/D 2005. Regie: Jasmila Zbanic)

Der Film leuchtet aus, was sonst vergessen wird: die Wunden weiblicher Kriegsopfer, die nach vielen Jahren noch offen sind. Dem beschädigten Alltag gewidmete Pubertätsgeschichte eines zwölfjährigen Mädchens, die anders als ‚normal’ verläuft. Die unspektakuläre Erzählung lässt glaubhaft so etwas wie Hoffnung aufkommen.

FRIDAS SOMMER (Spanien 2017. Regie: Carla Simón)

Die sechsjährige Frida zieht nach dem Tod ihrer Mutter zum Onkel und dessen Familie aufs Land, wo sie nicht nur mit ihrer Trauer zu kämpfen hat, sondern auch mit einer Stiefschwester auskommen muss. Ohne falsche Sentimentalitäten erzählt der Debütfilm von einem zaghaften Neuanfang und porträtiert einfühlsam eine Familie im emotionalen Ausnahmezustand.